Alltäglich und zweischneidig

„Konkurrenz belebt das Geschäft“, so heißt es. Aber auch: „Die Konkurrenz schläft nicht“ – so singen es „Wir sind Helden“ (Lied: „Die Konkurrenz schläft nicht“). Es gilt also, auf der Hut zu sein.

Konkurrenz ist ein alltägliches Phänomen: Es gibt sie in der Wirtschaft, in der Politik, im Beruf, vor allem aber im Sport. Aber auch Freundschaften, ja sogar Partnerschaften sind nicht frei davon. Selbst in Sachen „Seelenheil“ gehört Wettbewerb heute wie selbstverständlich dazu – zum Beispiel auch zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche.

Konkurrenzdenken kann einen produktiven Wettkampf entfachen. Es kann mich zu Höchstleistungen anspornen. Es kann mich aber auch aufreiben und lähmen. Wenn ich nur auf die Konkurrenz schiele, dann bindet das wertvolle Kräfte. Konkurrenzdenken ist somit eine zweischneidige Sache. Es kann mich nämlich völlig vereinnahmen, wenn ich immer und überall in erster Linie Konkurrenz wittere. Stellt sich die Frage: Wen nehme ich als Konkurrenten wahr und warum?

 

Biblisch umgedacht

Eine kurze Episode aus dem Markusevangelium hat mich ins Grübeln gebracht (Markus 9,38–41). Die Jünger Jesu stoßen hier mit einem fremden Wundertäter zusammen. Der heilt Menschen im Namen Jesu. Ohne Jesus nachzufolgen. Und prompt versuchen die Jünger, ihn daran zu hindern. Denn: Er gehört nicht zu ihrer Gruppe. Das macht ihn in den Augen der Jünger verdächtig. Er erscheint ihnen als potenziell gefährlicher Konkurrent. Entsprechend wollen die Jünger sein Treiben unterbinden. Das ist doch nur zu verständlich.

Doch die Antwort Jesu stößt nicht nur die Jünger vor den Kopf. Auch ich fühle mich in meinem alltäglichen Konkurrenzdenken hinterfragt: „Hindert ihn nicht! … Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“ (Markus 9,39–40) Jesus denkt von der Sache her – im Unterschied zu den Jüngern. Jesus geht es um das Reich Gottes und das Heil der Menschen. Seelisch und körperlich. Je mehr Menschen mitarbeiten im Dienst für die Sache Gottes umso besser. Da ist nicht wichtig, wer sich den Erfolg am Ende auf die Fahnen schreiben kann. Da ist irrelevant, welcher Gruppe jemand angehört. Hauptsache, das Reich Gottes wächst und die frohe Botschaft breitet sich aus.

Jesu Antwort inspiriert: Es lohnt sich, im anderen mehr zu sehen als nur einen Konkurrenten.

 

Beitragsbild: pixabay.de (Suppenkasper)

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