Immer wieder gibt es folgenschwere Unfälle auf der Autobahn A 2. Vor einiger Zeit ist der gefährliche Streckenabschnitt in spezieller Weise untersucht worden. Eine Elfenbeauftragte hat den Weg kontrolliert. Sind womöglich Elfen, Trolle oder andere den meisten Menschen verborgene Anlieger verärgert worden? Sind die Unfälle eine Folge der von ihnen ausgehenden negativen Energie?

Da die Untersuchung kostenlos war, wird sich die Straßenbaubehörde gedacht haben ‚Was soll’s? Ist doch maximal unschädlich!‘ Zudem will man schließlich nichts unversucht lassen.

Die Sache hat aber doch eine Menge Feenstaub aufgewirbelt. Die Befragung der Fabelwesen aus der nordischen Mythologie hat das zuständige Ministerium zur Herausgabe einer Mitteilung genötigt: Es hält „Spiritualität nicht für ein geeignetes Mittel, um den Straßenverkehr sicherer zu machen”.

Spiritualität? Spiritismus? Spökenkram? Vielleicht ist hier unter dem Druck einer zügigen Antwort die begriffliche Präzision ein wenig unter die Räder gekommen.

Deshalb ist ein Einspruch fällig. Im 121. Psalm heißt es: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht“.

Die Bibel ist eine reiche Quelle für den Zusammenhang von Reisen und Segen, von Physik und Metaphysik, von Glaube und Vernunft. Die Bitte um Gottes gnädiges Geleit, deutlich dem Repertoire der Spiritualität zuzuordnen, hat ihren guten Grund. Zudem hat sie das Potential, Reisende an ihre Verantwortung füreinander zu erinnern, zum Beispiel in Gestalt von Abstand, Pausen und Besonnenheit.

Verantwortung und Vernunft sind schon schwer genug zu erlangen und zu erhalten. Deshalb ist es – und hierin hat das Ministerium recht – sicher eine Hilfe, die eigene Kraft vernünftig einzuschätzen und sich nicht auch noch von unsichtbaren Wegelagerern ablenken zu lassen.

In diesem Sinne: Gute Reise und Gott befohlen.